Leben aus dem Katalog
Der Quelle-Katalog war, wie Gregor Schöllgen schreibt, "ein zuverlässiger Spiegel der wirtschaftlichen, aber auch der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung Deutschlands." Was man zum ersten Mal in Quelle-Katalogen sah, war wenige Wochen und Monate später auf den Bürgersteigen und in den Wohnzimmern der Republik allgegenwärtig. Das galt schon für die " Herrenkomplettausstattung", von 1929 mit wollenen Knickerbockerhosen, das galt auch für die Kittelschürzen der Fünfziger oder für Fernsehgeräte, an deren rasanter Verbreitung in den sechziger Jahren das Versandunternehmen wesentlichen Anteil hatte. In seiner Spitzenzeit Ende der sechziger Jahre war der Quelle-Katalog mit einer Auflage von 6,45 Mio. uneinholbar der Bestseller in der Bundesrepublik – und Quelle der größte Privatkunde der Deutschen Bundespost. "Ohne den Quelle-Katalog lässt sich die deutsche Nachkriegsgeschichte nicht erzählen", sagt Gregor Schöllgen.



